01.10.2020 / Artikel / DieMitte / , ,

Die CVP im Aufbruch

Erstmalig seit Bestehen der CVP wird bei den Mitgliedern eine Urabstimmung durchgeführt. Kantonalpräsident Paul Rutishauser informierte anlässlich einer Diskussionsrunde der Ortspartei AachThurLand über Absichten und Vorgehen der Parteiführung.

Im Restaurant Mühle in Schönenberg konnte Interimspräsident Urs Brüschweiler interessierte Mitglieder der Ortspartei AachThurLand zum Informationsanlass über das „C“ der CVP begrüssen. Spontan hatte sich der Kantonalpräsident Paul Rutishauser bereit erklärt, über die Namensänderung und das weitere Vorgehen aus erster Hand zu berichten.

 

 

Der Weg zu einer erfolgreichen Partei

Moderatorin und Vorstandsmitglied Karin Brühlmann leitete den Anlass gleich zu Beginn mit der Frage ein: „Warum wurde das Thema der Namensänderung von der Parteiführung aufgegriffen?“. Paul Rutishauser klärte auf, dass die CVP bei den letzten nationalen Wahlen zwar leicht zulegen konnte, aber in bevölkerungsreichen Kantonen der Stimmanteil noch immer sehr gering war. Deshalb wurde im Februar bei der Basis und bei zufällig ausgewählten Personen, eine Umfrage durchgeführt. Es zeigte sich, dass eine Mehrheit der Parteimitglieder den Namen CVP beibehalten möchte. Allerdings wurde aus der Analyse ebenso klar ersichtlich, dass der Name unter der Assoziation zu Christlichkeit nach aussen einschränkt. Eine Namensänderung bietet die Chance, neue Wählerschichten anzusprechen. Die Umfrage bot eine Auswahl an alternativen Parteinamen an, wobei „Die Mitte“ am meisten Anklang fand.

In einer Urabstimmung haben die Mitglieder im Oktober die Möglichkeit, den vorgeschlagenen Namen „Die Mitte“ mit neuem Logo anzunehmen oder sich für die bisherige Bezeichnung CVP auszusprechen. Die Abstimmung ist ein entweder oder, ohne Plan B. Die Kantonalparteien können später in einem weiteren Schritt an einer Delegiertenversammlung einen Entscheid treffen. Es besteht kantonal die Möglichkeit, den bisherigen Namen beizubehalten oder mit dem Zusatz „Die Mitte“ zu erweitern. Einige Vertreter der CVP Stammlande haben sich bereits geäussert, den bisherigen Namen beibehalten zu wollen.

Erst anschliessend zur Urabstimmung entscheidet die BDP im November, ob sie der CVP, bzw. der Mitte beitreten möchte.

Risiken und Chancen der Namensänderung

„Die Parteileitung hätte besser kommunizieren sollen, dass das C schon lange nicht mehr für nur katholisch steht. Das Verfahren zur Namensänderung ist vorschnell eingeleitet worden“ wendet ein Votant ein. Weitere Bedenken werden zum Ändern der politisch bekannten Marke geäussert. Es sind nicht nur Wahlgewinne zu erwarten. Es besteht die Gefahr, dass sich viele Mitglieder nicht mit einer unverbindlichen Mitte identifizieren können. Dazu äusserte eine anwesende Ortsparteipräsidentin: „Es wird aufgrund des C immer schwieriger, geeignete Personen für eine politische Kandidatur zu gewinnen“. Ergänzt werden diese Worte mit der Erläuterung, dass viele Stimmbürger und die junge Generation anders ticken. Um die Partei mittel- und langfristig erfolgreich auszurichten, ist ein Aufbruch mit Veränderung notwendig. Eine Teilnehmerin bemerkt allerdings dazu: „Es ist ein Armutszeugnis in unserer Gesellschaft, dass man einen christlichen Bezug nicht mehr im Namen führen will“.

Etwas Mühe bereitet der Namensvorschlag „Die Mitte“, weil damit noch kein Inhalt vermittelt wird. Niemand ist vorbehaltlos glücklich mit der neuen Bezeichnung. Umso wichtiger erscheint es allen, dass der Zusatz „Freiheit. Solidarität. Verantwortung.“ markant im neuem Logo zur Geltung kommt. Damit wird klar, dass sich zwar der Name, aber nicht der politische Inhalt der Partei ändert. Schlussendlich können und wollen sich die meisten Parteimitglieder mit diesen Werten weiterhin identifizieren. Einige Anwesende finden es zudem problematisch, das neue Logo nur schweizerisch und nicht ebenfalls kantonal zu übernehmen: „Heute hat die CVP landesweit einen geschlossenen und übereinstimmenden Auftritt. Wenn schon eine Namensänderung, dann soll es ein gemeinsamer Aufbruch sein“.

Die Diskussion schloss der Kantonalpräsident mit dem Aufruf an die Mitglieder ab, sich aktiv an der Urabstimmung zu beteiligen.

 

So präsentiert sich der neue Namensvorschlag „Die Mitte“ mit den Leitgedanken der „Freiheit. Solidarität. Verantwortung.“. Die orange Klammer steht für den Zusammenhalt der Schweiz, für welche die Mitte gleich der CVP nach wie vor einsteht.